Bundespolizeipräsidium will Diensthunde reduzieren – Pfoten weg!

Diensthunde sollen reduziert werden!

Nach verlässlichen Informationen plant das Bundespolizeipräsidium Potsdam das Diensthundewesen in der Bundespolizei zu evaluieren und eine neue Rahmenkonzeption für den Einsatz der Diensthunde in der Bundespolizei zu erstellen.
Grundlage hierfür ist der Bericht des Bundesrechnungshofes vom Juli 2010, sowie die erhobenen Einsatzdaten der Direktionen aus den Jahren 2014 – 2016. Als Ergebnis daraus stellt das Bundespolizeipräsidium fest, dass das Einsatzmittel Diensthund insgesamt nicht ausgelastet ist und dass trotz einer erheblichen Anhebung des Solls, der Ist-Bestand der Diensthunde nur unerheblich gestiegen ist.
Das Bundespolizeipräsidium beabsichtigt nun, das Determinantensystem für die Berechnung der Dienstposten KSB zgl. DHF in den Grenz- und Flächeninspektionen zu ändern. Die Kriterien Transferfracht sowie Migrationsdruck sollen nicht mehr berücksichtigt werden. Insgesamt aber soll nach gegenwärtigem Stand durch diese Neubewertung eine Senkung des ODP um mehr als 100 Dienstposten „KSB zgl. DHF“ verbunden sein.
Insbesondere die Reduzierung im Sprengstoffspürhundewesen wäre aufgrund der heutigen brisanten Terrorlage mehr als grob fahrlässig fast schon vorsätzlich.
Die Überlegungen und Begründungen des Bundespolizeipräsidiums erscheinen aus Sicht der DPolG -Bundespolizeigewerkschaft deutlich zu kurz gedacht. Aufgrund massiven Personalmangels in den Grenz- und Flächeninspektionen werden die Diensthundeführer häufig nicht mehr in ihren originären Einsatzbereichen eingesetzt. Dieses betrifft nicht nur die Führer der Schutzhunde sondern auch die wichtigen Sprengstoffspürhunde. Vielmehr unterstützen die Kollegen im erheblichen Maß die notleidenden Dienstgruppen und werden in vielen Inspektionen nach dem Grundsatz „Verfügbarkeit vor Geeignetheit“ eingesetzt. Das wichtige Einsatzmittel Diensthund liegt dann brav im Zwinger und bleibt ungenutzt. Insofern spiegeln die erhobenen Daten der zurückliegenden Jahre im Diensthundewesen eine auf Personalmangel basierende und damit stark verzerrte Situation wider, auf der nun wirklich keine seriöse Analyse mit Konsequenzen für die Gefahrenabwehr durch die Bundespolizei aufgebaut werden darf. Die Reduktion der Diensthundeführer ist zwangsläufig damit fehlerhaft und wird mittel- und langfristig sogar zu fatalen Folgen führen.
Zur Aufrechterhaltung der Tagesaufgaben, der Bewältigung zukünftiger, nicht planbarer Einsatzlagen m gesamten bundespolizeilichen Aufgabenbereich fordert die DPolG Bundespolizeigewerkschaft

  • Das Einfrieren des ODP – SOLL unter Beibehaltung der aktuell ausgewiesenen Dienstposten in den Grenz- und Flächeninspektionen.
  • Zur Gewinnung qualifizierter Diensthundeführer eine bundesweite Ausschreibung der freien Dienstposten.
  • Die unterlegte Ausstattung der Diensthundelehrwarte mit einem Diensthund.
  • Förderung der qualifizierten Aus-und Fortbildung als Schutz-, Sprengstoff,- und Personensuchhund
  • Einführung des erfolgreich erprobten Rauschgiftspürhundes auch in der BPOL
  • Einrichtung von zentraler Fachkompetenz auch auf Ebene des Bundespolizeipräsidiums

Nur so können die hohen Anforderungen, Aufgaben und Einsatzlagen in Zeiten der akuten Terrorgefahr mit Hilfe eines qualifizierten das Diensthundewesen bewältigt werden. Eine Reduzierung des ODP-SOLL lehnt die DPolG Bundespolizeigewerkschaft auch unter Berücksichtigung der nicht mehr vorhandenen Personalressourcen in den Inspektionen, eindeutig ab.

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  1. Wie wäre es den mal mit einer angemessenen Zulage für Diensthundführer? Das Geld was die jetzt bekommen gibt ja nur für den Diensthund. Es wird nur dafür aufgewendet

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