DPolG fordert Systemwechsel bei den Kontrollen auf Flughäfen

© Foto: Windmüller

Ernst G. Walter, Bundesvorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft.

Terrorabwehr im Luftverkehr ist hoheitliche Aufgabe des Staates

Nach den jüngsten Terrorattacken in Europa fragen sich viele zu Beginn der Urlaubsaison, ob sie noch ohne Bedenken in ein Flugzeug steigen können. Ständig neue Berichte über von EU-Inspektoren festgestellte Mängel bei den Kontrollen bis hin zu handfesten Skandalen, wo in privaten Sicherheitsfirmen Schulungsbescheinigungen gefälscht worden sein sollen, geben laut Gewerkschaftsvertretern Anlass zu großer Sorge.

Lange Warteschlangen vor den Kontrollstellen wegen zu wenig Kontrollpersonal verärgern Flugreisende, Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber, können aber auch gefährlich werden, denn die Konzentrationsfähigkeit der durchgehend über viele Stunden eingesetzten Kontrollkräfte leidet unter der Dauerbelastung, was zu Sicherheitslücken führen kann.

„In Deutschland haben wir die besten Kontrollgeräte und sind in der Lage, mehr Sprengstoffe als beispielsweise in den USA zu erkennen. Aber beim alles entscheidenden Thema „Mensch“, dem sogenannten „human factor“, geben wir die Verantwortung allzu leichtfertig an gewinnorientiert arbeitende private Sicherheitsunternehmen ab.“ beklagt Ernst G. Walter, Bundesvorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft.

Mit Ausnahme des Flughafens München, an dem die staatseigene Firma SGM des Freistaats Bayern die Kontrollen sicherstellt, arbeiten an den übrigen großen Flughäfen in Deutschland private Sicherheitsfirmen im Auftrag der Bundespolizei. Die DPolG setzt sich seit Jahren in der Politik für die Rücknahme der Privatisierung der Luftsicherheitskontrollen ein und fordert einen Systemwechsel bei diesen hochsensiblen Kontrollen zur Terrorabwehr.

Walter ist davon überzeugt: „Ein einheitlicher Qualitätsstandard kann nur sichergestellt werden, wenn der Staat die hoheitlichen Terrorabwehrmaßnahmen im Luftverkehr wieder vollständig selbst in die Hand nimmt. Ob die Kontrollkräfte dabei eigene Angestellte der Bundespolizei oder wie am Flughafen München Mitarbeiter einer staatseigenen Gesellschaft sind, ist dabei nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass eine sorgfältige Personalauswahl von in jeder Hinsicht zuverlässigen Kontrollkräften, die Aus- und Fortbildung sowie die Aufsicht über die Kontrollen komplett, unmittelbar und verantwortlich in einer Hand liegen.“

Print Friendly

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ihr könnt diesen Artikel kommentieren! Jedoch, auch hier gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM.

*

code

© 2011-2017, DPolG Bundespolizeigewerkschaft