Sicherheit ohne Rückenschmerzen!

Anja Ducklauß-Nitschke, stellv. Bundesvorsitzende
DPolG Bundespolizeigewerkschaft

Nachdem seit den ersten Anschlägen in Europa die Innere Sicherheit, Ausrüstung und Ausstattung immer wieder Thema war, müssen wir erkennen, dass die Mühlen innerhalb der Bundespolizei sehr langsam mahlen.

Jedoch wurde trotz BGM (Behördliches Gesundheitsmanagement) das Thema Prävention nie thematisiert.

In den letzten Jahrzehnten verbesserte sich die Ausstattung in der Bundespolizei immer weiter und das ist auch gut so. Jedoch ist  mit all den wichtigen Einsatz- und Ausrüstungsgegenständen am Mehrzweckgürtel auch ein immenses Gewicht an diesem hinzugekommen.

Wir als DPolG Bundepolizeigewerkschaft haben bereits vor über einem Jahr die Beschaffung eines sogenannten „Entlastungsgürtels“ gefordert. Diesen kann jeder Kollege oder Kollegin bei der Landespolizei in Schleswig-Holstein  beantragen, um zumindest etwas Last zu nehmen.

„Ich vermute nicht, dass es das Allheilmittel ist“, so Anja Ducklauß-Nitschke, welche diesen Entlastungsgürtel bereits im Einsatz Probe getragen hat, „jedoch ist es ein Anfang und es zeigt, dass wir uns nicht nur um die Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen Gedanken machen, sondern auch um deren Gesundheit.“

Was bietet die Bundespolizei derzeit als Alternative an?

Eventuell das Oberschenkelholster für die P 30. Jedoch sind die Befindlichkeiten in den Direktionen hier sehr unterschiedlich. In manchen Bereichen reicht es eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, in anderen muss man Angst haben sofort zum SMD (Sozialmedizinischen Dienst) geschickt zu werden.

Dies kann nicht der richtige Weg sein. Hier müssen alle Möglichkeiten geschaffen werden, um derartige Erkrankungen und auch Schmerzen gar nicht erst zu bekommen. Sei es mit der Nutzung des Entlastungsgürtels oder auch der Möglichkeit der Nutzung des Oberschenkelholsters.

Das Argument, man sehe mit einem Oberschenkelholster martialisch aus, kann und darf hier nicht gelten.

Wenn man diesen beiden Möglichkeiten vorerst eine Chance einräumt, darf damit jedoch nicht Schluss sein. Hier müssen in der Entwicklung von Polizeiausstattungen und Ausrüstungen, auch die Gesundheitsaspekte betrachtet werden.

Wir, die DPolG Bundespolizeigewerkschaft fordern das Bundespolizeipräsidium zusätzlich zu unseren bereits gemachten Vorschlägen auf, bei der Entwicklung/ Beschaffung  der neuen ballistischen/ taktischen Schutzweste, die Kollegen und Kolleginnen von der Basis mit ins Boot zu nehmen, denn eine optimale ballistische/ taktische Schutzweste kann man nur mit den tatsächlichen Nutzern entwickeln.

Bis dahin wäre die Beschaffung von Entlastungsgürteln sowie die Ermöglichung der Nutzung des Oberschenkelholsters in allen Direktionen für die Kolleginnen und Kollegen der erste richtige Schritt, denn letztendlich darf man bei aller Sicherheit und jedem Schutz die Gesundheit unserer Kollegen und Kolleginnen nicht vergessen.

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  1. Ein richtiger Schritt!! Der Arbeitsschutz wird zunehmend durch die Auftragslage verdrängt- sind die Personalsorgen so groß, dass die menschliche Ressource zur Zweitrangigkeit degradiert wird. Derjenige, der wirkliche Probleme mit Knien, Schultern und Bandscheibe hat, weiß, was es heißt, zwischen Schmerzen und Behandlung auf der einen Seite und Pflichterfüllung und Kameradschaftsgeist auf der anderen Seite zu stehen. Der Arbeitgeber zugleich Dienstherr ist hier gefordert, zu seiner direkten als auch indirekten Einforderung der Pflichterfüllung auch Gefahren- und Gesundheitsvorsorge zu betreiben- jetzt mehr denn je. Jede Ausschreibung von neuen Führungs- und Einsatzmittel muss die Auswirkungen auf den Körper beinhalten, es müssen Präventionskurse sowie Rückenschule gefördert werden- jede einsatzbedingte Überstunde muss mit „Nachsorgezeiten“ und auch -möglichkeiten vergütet werden! Jede Kollegin und jeder Kollege, der gesundheitlich in der jetzigen Zeit ausfällt, schmerzt doppelt!
    Mit vielen Schritten wird ein Weg beschritten- bitte machen Sie den ersten Schritt, Herr Dienstherr!!

  2. Und bitte endlich auch an den Arbeitsplatz „Streifenwagen“ denken und hier auf ausreichend Bewegungsfreiheit achten! Genügend Länderpolizeien haben hier bereits ein Auge darauf, nur unser Präsidium mal wieder nicht. Prävention ist gut, dann bitte auch gleich noch unsere Uniformhosen und Dienstmütze (am besten das unnütze Mützenband) entsprechend mit reflektierenden Streifen ausstatten. Ansonsten sollten mal die Gefährdungsbeurteilungen, wie sie im Arbeitsschutz auch bei der BPOL vorgesehen sind, überwiegend zentral im BPOLP durchgeführt werden, hinsichtlich der Beschaffung von Arbeitsmitteln und Ausstattung von Arbeitsplätzen.

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