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„Familie und Beruf“ oder „Beruf oder Familie“?

Unter dem Motto „Demografische und gesellschaftspolitische Veränderungen, sowie Konsequenzen für Familie, Beruf und gewerkschaftliches Ehrenamt“ stand das diesjährige Seminar der DPolG Bundespolizeigewerkschaftsfrauen vom 23. bis 25. Mai 2016 in Königswinter-Thomasberg.

20160525 Bundesfrauenkonferenz - AusschnittInsgesamt 17 Teilnehmerinnen reisten aus der ganzen Bundesrepublik zum Seminar an und führten angeregte und intensive Diskussionen zu diesem Thema.

Sie alle waren davon überzeugt, dass es noch viele Baustellen zu meistern gibt, bis die Bundespolizei zu einer wirklich modernen und familiengerechten Polizei wird. Die über Jahre verfehlte Personalpolitik ist jetzt bei jedem einzelnen Bundespolizisten/in angekommen. Abordnungen häufen sich und alle wissen: auf lange Sicht ist leider kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen!

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„Die Bundespolizei wurde im Jahr 2014 von der berufundfamilie®-gGmbH erstmals als familienfreundlicher Arbeitgeber zertifiziert: Dies soll sich besonders bei der Arbeitszeitgestaltung bemerkbar machen:

Flexible Arbeitszeiten

Die Beschäftigten bei der Bundespolizei haben die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit im Rahmen der dienstlichen Möglichkeiten des Tag – und Schichtdienstes so zu gestalten, dass sie auch familiären Verpflichtungen bestmöglich nachkommen können. Darüber hinaus ermöglicht die Bundespolizei eine Vielzahl unterschiedlicher, individuell vereinbarter Teilzeitmodelle.

Arbeitsort und Arbeitsorganisation

Arbeits- und Privatleben lassen sich besser verknüpfen, wenn man auch örtlich flexibel ist. Daher besteht in geeigneten Arbeitsbereichen die Möglichkeit, dass Beschäftigte sich zu Hause einen Arbeitsplatz einrichten und von dort arbeiten (sogenannter Telearbeitsplatz).

Die Bundespolizei beabsichtigt zudem, bei familiären Notfallsituationen in geeigneten Arbeitsbereichen mobiles Arbeiten zu ermöglichen.

Kommt es bei der Kinderbetreuung einmal zu ungeplanten Engpässen oder tritt ein Notfall ein, kann ein sogenanntes Eltern-Kind-Zimmer genutzt werden. Dort kann der Vater oder die Mutter arbeiten, während das Kind ebenfalls anwesend ist.

Kompetente Unterstützung bei hoher Belastung

Es ist nicht immer einfach, den Anforderungen in Beruf und Familie gleichermaßen gerecht zu werden. Bei Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder privaten Belastungen können sich die Beschäftigten jederzeit an den Ärztlichen und Sozialen Dienst der Bundespolizei wenden.

Umfassende Informations- und Kommunikationspolitik

Die Bundespolizei hält die Beschäftigten über aktuelle fachliche, organisatorische und personelle Entwicklungen auf dem Laufenden. Zudem können die Beschäftigten ein breites Angebot an Informationsveranstaltungen sowie Fort- und Weiterbildungen nutzen.“

(Quelle Internet Bundespolizei)

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Ja, die Bundespolizei hat die Zertifizierung „Audit Beruf und Familie“ erhalten, aber was bringt das für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen in der Wirklichkeit?

Wie sollen die unzähligen Abordnungen von Familienvätern und Müttern familiengerecht im Alltag tatsächlich gestemmt werden?

Wie fühlen sich die übrigen, die keine Kinder oder pflegedürftige Angehörige haben, und bei denen zunehmend Frust entsteht, weil sie immer öfter die Kohlen für die anderen aus dem Feuer holen müssen?

Sie lesen sich so einfach, die vielen Maßnahmen und Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, doch gefühlt angekommen sind diese an der Basis noch lange nicht. Im Gegenteil! Durch die Bundesregierung werden alle diese Maßnahmen beworben. Da kann es doch nicht im Sinne des Gesetzgebers sein, dass sich daraus im Alltag zugleich Nachteile für das berufliche Fortkommen der Betroffenen ergeben! In der Realität werden Kolleginnen und Kollegen, die Teilzeit, Telearbeit (wird bei Polizeibeamten und -beamtinnen übrigens immer noch viel zu selten genehmigt) oder gesonderte Arbeitszeitmodelle zur Wahrnehmung ihrer Elternpflichten in Anspruch nehmen, bei den Beurteilungen und Beförderungen oftmals benachteiligt. Hier muss insbesondere bei der Erst- und Zweitbeurteilern ein fundamentales Umdenken stattfinden!

Und wenn wir schon aus dienstlich zwingenden Gründen nicht um die zahlreichen Abordnungen herumkommen, dann müssen diese zumindest entsprechend abgefedert werden, durch angemessene Zeitzuschläge, zusätzliche Geldbeträge als Form der Anerkennung durch den Dienstherrn und insbesondere durch sozial verträgliche Dienstpläne, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Bundespolizei auch unter diesen extremen Einsatzbelastungen tatsächlich leben zu können.

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Updated: 8. Juni 2016 — 7:44