Dhf: Aktuell stehen sie auf der Titelseite, sonst im Regen

Hauke Reetz, stellv. BV-Vorsitzender NRW, fordert: Dhf nicht ungeschützt im Regen stehen lassen!

Ein ganz normaler Samstag im November – Das Wetter hält, was die Vorhersage versprochen hat. Es regnet nicht, es gießt wie aus Kübeln. Die beiden Diensthundeführer (Dhf) Andre und David sind mit ihren Diensthunden zur Absperrung am Haltepunkt Signal-Iduna-Park eingesetzt. Der kritische Teil der Anreisephase wird ca. zwei Stunden dauern. Zwei Stunden im strömenden Regen. Zwar hat deren Einsatzanzug eine Regenmembran, aber der Stoff saugt sich binnen Minuten voll und wird schwer. Kapuze? Gibt es nicht. Zwei Stunden lang regnet es den beiden Dhf bei 8 Grad in den Kragen. Bis zum Einsatzende und zur heißen Dusche werden noch sieben Stunden vergehen. Nicht gut für die Gesundheit!

Während Andre und David im kalten November-Regen stehend die Anreise der Fußballfans überwachen, geht bei der Leitstelle der Inspektion ein Notruf ein. Personenunfall auf freier Strecke, vermutlich Suizid. Der Einsatzort befindet sich ca. 5 km entfernt. Ca. 15 Minuten nach Eingang des Notrufs erreicht die Streife den Ereignisort. Wegen des schlechten Wetters haben die KSB ihre Regenschutzanzüge übergezogen. Wasserdicht, atmungsaktiv und mit Kapuze. Genau die richtige Bekleidung für solche Bedingungen. So können sie während des zwei Stunden andauernden Einsatzes auf freier Strecke ihre Maßnahmen durchführen und behalten dabei zumindest einen trockenen Kopf. Schon besser für die Gesundheit!

Die Kollegen vom Personenunfall sind am nächsten Tag wieder gesund im Dienst. Die zwei Dhf Andre und David fallen vermutlich 1 – 2 Wochen mit einer dicken Erkältung aus.

Das verrückte an dieser wahren Begebenheit:

In der aktuellen „Kompakt“ wurden die Dhf noch gewürdigt, bei der Ausstattung jedoch vernachlässigt.

Genau wie die Kollegen des Reviers sind Andre und David Kontroll- und Streifenbeamte. Aber eben auch „zugleich Dhf“. Leider gesteht der Dienstherr den Dhf zugleich KSB, nicht dieselbe Ausstattung zu wie den „normalen“ KSB. Zwar haben die Dhf statt des Regenschutzanzuges den Einsatzanzug mit Regenmembran, doch eignet sich dieser nicht 1:1 wie der Regenschutzanzug für richtiges Regenwetter.

Wer täglich seinen Dienst in Flächeninspektionen versieht, weiß, dass gerade die Diensthundeführer sich größtenteils im Außeneinsatz befinden. Bei Wind und Wetter leisten sie einen erstklassigen Beitrag zum Schutz der Bürger, sind aber nur zweitklassig ausgestattet. Wir meinen: Das geht gar nicht! und wir fragen: Warum lässt man die Dhf im Regen stehen?

Übrigens: Der Verfasser des Artikels war früher selbst DHF und damals gehörte der Regenschutzanzug zur Standardausstattung für alle KSB, egal ob mit oder ohne Hund. „Zugleich“ bedeutete damals auch „gleich“ und genau so sollte es auch heute sein. Deshalb fordert Hauke Reetz, stellv. Vorsitzender BV NRW, das BPOLP auf, alle Diensthundeführer unverzüglich wieder auch mit einem Regenschutzanzug auszustatten.

 

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