Flüchtlingswelle verursacht Hygienechaos

Ansteckungsgefahr für Bundespolizisten in Rosenheim

 
DPolG Bundespolizeigewerkschaft fordert umgehend bessere Aufklärung, Beratung und Unterstützung durch geschultes Fachpersonal vor Ort sowie noch schnellere Reaktionszeiten der örtlich zuständigen Gesundheitsbehörden

 
Lange nicht mehr war der Migrationsdruck auf die Grenzen der Bundesrepublik Deutschland so stark wie zurzeit. Der größte Teil dieser Migranten stammt aus Afrika. Unhygienische Zustände in den nordafrikanischen Flüchtlingslagern wie auch die katastrophalen Verhältnisse während des gefährlichen Seeweges auf völlig überfüllten Booten schaden der Gesundheit extrem. Die Unterbringungsmöglichkeiten werden der Lage nicht gerecht. Dabei klebt die Kleidung schon fest an den Körpern und ansteckende Krankheiten sind an der Tagesordnung.
Die durch immer höhere Flüchtlingszahlen vermehrt auftretenden Krankheitsfälle gefährden inzwischen auch die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen. Sie haben in jedem Fall ihre grenzpolizeilichen Aufgaben einschließlich Identitätsfeststellung, Abnahme von Fingerabdrücken und Durchsuchungsmaßnahmen durchzuführen, ob bei den Reisenden ansteckende Krankheiten vorliegen oder nicht.
Auch wenn für Infektionsschutzmaßnahmen grundsätzlich die Gesundheitsbehörden der Länder zuständig sind, so hat der Dienstherr verstärkt seine Fürsorge walten zu lassen und die Gesundheit seiner dort eingesetzten Beamtinnen und Beamten entsprechend zu schützen. Der stellvertretende Vorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, Horst Pawlik stellt dazu fest:

Horst Pawlik stellvertretender Vorsitzender  DPolG Bundespolizeigewerkschaft

Horst Pawlik
stellvertretender Vorsitzender
DPolG Bundespolizeigewerkschaft

„Die Verantwortlichen im Bundesinnenministerium und in der Bundespolizei müssen nun umgehend sicher stellen, dass die Gesundheitsbehörden der Länder stets zeitnah und vollumfänglich ihre erforderlichen gefahrenabwehrenden Maßnahmen zum Schutze der körperlichen Unversehrtheit der Betroffenen, der Bevölkerung und natürlich auch unserer Kolleginnen und Kollegen wahrnehmen. Die Aufgaben dieser Behörden sind exakt im Infektionsschutzgesetz beschrieben. Die Kommunikation zwischen Bundespolizei und örtlichen Gesundheitsbehörden muss klar definiert werden und reibungslos funktionieren“.
Er fordert deshalb, die Thematik Infektionsschutz verstärkt in die Aus- und Fortbildung aufnehmen zu lassen und an allen Schwerpunktdienststellen mit Migrationsdruck die Funktion eines Hygienebeauftragten zu schaffen, der nach erfolgtem Fortbildungslehrgang die Kolleginnen und Kollegen in den betroffenen Dienststellen informieren, beraten und zugleich auch die notwendigen verschiedenen Desinfektionsmaßnahmen überwachen kann.
Walter_Ernst_2014Bis dahin sollten die derzeit mit diesem Hygieneproblem kämpfenden Bundespolizeidienststellen umgehend durch informiertes Fachpersonal aus anderen Dienststellen oder Bereichen unterstützt werden.
„Die Kolleginnen und Kollegen sorgen sich zu Recht davor, sich bei Migranten anzustecken und Krankheitserreger womöglich noch in ihre eigenen Familien zu tragen. Hier ist jetzt intensivste Aufklärung, Information und Beratung vor Ort gefragt, die wir angesichts der inzwischen vermehrt auftretenden Fälle von TBC und Krätze vom Dienstherr einfordern!“, so der Vorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft Ernst G. Walter, der bereits Kontakt zu den verantwortlichen Stellen in der Bundespolizei aufgenommen hat.

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